„Dropping In and Out“ ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt von Mathilde ter Heijne, Dr. Jessica Goodman, and Dr. Vanessa Gravenor, das untersucht, wie unterschiedliche historische und geografische Kontexte die Art und Weise prägen, in der das künstlerische Erbe von Frauen* und nicht-binären Personen wahrgenommen und erlebt wird, und wie wir als heutige Autor*innen dazu beitragen können, die Werke und den Einfluss unserer Vorgänger*innen wiederzuentdecken. Mit dem Ziel, Lücken in den genealogischen Erzählungen feministischer Schöpfer*innen zu schließen und gegenseitige Solidarität über Zeit und Raum hinweg zu fördern, wird das Projekt die Ausblendungen in den Biografien von Künstlerinnen nachverfolgen und die Bedeutung feministischer Perspektiven in der künstlerischen Produktion hinterfragen.
Die Forschungsthemen befassen sich zudem mit den Herausforderungen historischer Kontinuität und Anerkennung, sei es für Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts im Zeitalter der Revolution oder für zeitgenössische feministische Künstler*innen, die mit Karriereunterbrechungen, dem Ausschluss aus Mainstream-Erzählungen und institutioneller Auslöschung konfrontiert sind. Die Frage, wie Individuen ihre eigene Erinnerung gestalten – sei es in der Literatur oder in der Kunst – bildet eine starke thematische Brücke zwischen den verschiedenen Disziplinen.
Das Vorstellen der Zukunft ist untrennbar damit verbunden, wie wir die Vergangenheit interpretieren und neu gestalten. „Dropping In and Out“ befasst sich mit feministischen künstlerischen Praktiken, die vergessene Geschichten wieder ans Licht bringen. Wir untersuchen, wie diese Akte der Vorstellungskraft nicht nur auf historische Ausgrenzung reagieren, sondern auch neue Möglichkeiten für die Zukunft schaffen. Das Schlüsselkonzept des „Ein- und Ausstiegs“ (aus einer Karriere) bietet eine befreiende Perspektive bei der Auseinandersetzung mit Geschlechterpolitik, kreativen Praktiken und Lebenswegen. Es hinterfragt die vorherrschende Vorstellung eines „ununterbrochenen kreativen Lebens“, die in patriarchalen, weißen, heteronormativen Idealen verwurzelt ist, sowie die Idee eines „vollständigen Archivs“ – einer strukturierten, lückenlosen und vollständig erhaltenen Aufzeichnung –, die dieselben Vorurteile widerspiegelt. In Zukunft wollen wir diese kritische Haltung deutlicher machen: indem wir die Kräfte benennen, die diese Ausgrenzungen aufrechterhalten, und die Bedeutung von Lücken, Schweigen und archivarischen Auslassungen in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig wollen wir Strategien der Wiedergutmachung erforschen – wie verlorene Stimmen, unterbrochene Karrieren und vergessene Erzählungen neu gedacht und nacherzählt werden können.
The project connects participants from Oxford’s Humanities Division and the Ruskin School of Art with Berlin-based artists and lecturers at the University of the Arts Berlin and functions as a growing network, a blueprint for survival, that unfolds in different phases.
Participants 2025–2027:
Oreet Ashery (Ruskin School of Art Oxford), Elleke Boehmer (St Catherine’s College, Oxford), Hanne Loreck (HFBK Hamburg), Jade de Montserrat (Ruskin School of Art Oxford), Heike Munder (non university member–curator), Katharina Koch&Sylvia Sadzinski (non university member–curators), Sonya Schönberger (non university member–artist), Katja Gretzinger (non university member–graphic designer), Amy Patton (non university member–editorial support)
Institutional partners
Universität der Künste Berlin, alpha nova & galerie futura Berlin, Oxford’s Humanities Division, St Catherine’s College, Ruskin School of Art Oxford, art&dialogue Berlin